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Arbeiten in der Höhe: Warum die G41-Untersuchung Leben retten kann

  • 15. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Vor einigen Monaten sprach ich mit dem Geschäftsführer eines Handwerksbetriebs.

Auf den ersten Blick schien alles in Ordnung zu sein. Die Mitarbeitenden waren erfahren, die Arbeitsabläufe eingespielt und größere Unfälle hatte es in den letzten Jahren nicht gegeben.

Trotzdem sagte er einen Satz, der mir in Erinnerung geblieben ist:

„Herr Doktor, solange nichts passiert, denkt niemand darüber nach. Aber wenn etwas passiert, ist es meistens zu spät.“

Genau deshalb gibt es arbeitsmedizinische Vorsorge und Eignungsuntersuchungen für Tätigkeiten mit Absturzgefahr.

Arbeiten in der Höhe gehören zu den gefährlichsten Tätigkeiten

Jeden Tag arbeiten Menschen auf:

  • Dächern

  • Gerüsten

  • Hebebühnen

  • Kränen

  • Masten

  • Industrieanlagen

  • Hochregallagern

Bereits ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann schwerwiegende Folgen haben.

Neben technischen Schutzmaßnahmen spielt deshalb auch die gesundheitliche Eignung der Mitarbeitenden eine wichtige Rolle.


Was ist die G41-Untersuchung?

Die G41 ist eine arbeitsmedizinische Untersuchung für Tätigkeiten mit Absturzgefahr.

Ziel ist es festzustellen, ob gesundheitliche Einschränkungen vorliegen, die bei Arbeiten in der Höhe ein zusätzliches Risiko darstellen könnten.

Dabei geht es nicht darum, Mitarbeitende auszusortieren.

Vielmehr soll die Untersuchung dazu beitragen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Unfälle zu vermeiden.

Welche Aspekte werden untersucht?

Je nach Tätigkeit können verschiedene Faktoren relevant sein:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Schwindelanfälle

  • Gleichgewichtsstörungen

  • Sehvermögen

  • Hörvermögen

  • neurologische Erkrankungen

  • bestimmte Medikamenteneinnahmen

Nicht jede gesundheitliche Einschränkung führt automatisch dazu, dass Arbeiten in der Höhe nicht mehr möglich sind.

Entscheidend ist immer die individuelle Beurteilung.


Für welche Berufe ist die Untersuchung besonders wichtig?

Typische Tätigkeiten mit Absturzgefahr finden sich unter anderem bei:

  • Dachdeckern

  • Gerüstbauern

  • Elektrikern

  • Monteuren

  • Kranführern

  • Windenergieanlagen

  • Industriekletterern

  • Wartungspersonal

  • Fassadenreinigern

  • Bauunternehmen

Auch in vielen Industriebetrieben gehören Arbeiten in der Höhe zum Arbeitsalltag.


Sicherheit beginnt lange vor dem ersten Arbeitstag

Die beste Absturzsicherung nützt wenig, wenn gesundheitliche Risiken unentdeckt bleiben.

Deshalb sollte die arbeitsmedizinische Vorsorge immer Teil eines ganzheitlichen Sicherheitskonzeptes sein.

Dazu gehören:

  • Gefährdungsbeurteilungen

  • Unterweisungen

  • persönliche Schutzausrüstung

  • regelmäßige Schulungen

  • arbeitsmedizinische Betreuung

Erst das Zusammenspiel dieser Maßnahmen schafft einen wirksamen Schutz.


Die Rolle des Betriebsarztes

Der Betriebsarzt unterstützt Unternehmen dabei, die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu schützen und gleichzeitig sichere Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Dabei steht nicht die Einschränkung von Beschäftigten im Vordergrund.

Ziel ist vielmehr, Risiken zu erkennen, Präventionsmaßnahmen zu entwickeln und Unternehmen fachlich zu beraten.


Fazit

Arbeiten in der Höhe gehören zu den anspruchsvollsten und risikoreichsten Tätigkeiten im Berufsalltag.

Die G41-Untersuchung ist deshalb weit mehr als eine Formalität.

Sie hilft dabei, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und kann einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit am Arbeitsplatz leisten.

Denn bei Arbeiten mit Absturzgefahr gilt mehr als irgendwo sonst:

Prävention beginnt, bevor etwas passiert.

 
 
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