Als die Mitarbeiterin sich an einer Kanüle verletzte: Warum eine Zahnarztpraxis einen Betriebsarzt braucht
- 17. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Es war ein ganz normaler Dienstagmorgen in einer Zahnarztpraxis.
Die Patienten warteten bereits im Wartezimmer, die erste Behandlung des Tages war abgeschlossen und das Team bereitete den nächsten Raum vor.
Dann passierte etwas, das auf den ersten Blick unscheinbar wirkte.
Eine Mitarbeiterin verletzte sich beim Aufräumen an einer gebrauchten Kanüle.
Plötzlich standen viele Fragen im Raum:
Besteht ein Infektionsrisiko?
Welche Maßnahmen müssen sofort eingeleitet werden?
Muss der Vorfall dokumentiert werden?
Ist eine Meldung an die Berufsgenossenschaft erforderlich?
Welche Vorsorgeuntersuchungen sind notwendig?
„So etwas passiert doch ständig“, sagte zunächst jemand im Team.
Doch genau solche Situationen zeigen, wie wichtig Arbeitsmedizin in Zahnarztpraxen sein kann.

Kleine Verletzung, große Verantwortung
Nadelstichverletzungen gehören zu den häufigsten Arbeitsunfällen im Gesundheitswesen.
Auch in Zahnarztpraxen lassen sie sich trotz großer Sorgfalt nie vollständig vermeiden.
Bereits eine kleine Unachtsamkeit kann dazu führen, dass Mitarbeitende mit Blut oder anderen biologischen Materialien in Kontakt kommen.
Deshalb sind klare Abläufe entscheidend.
Zahnarztpraxen haben besondere Risiken
Anders als viele andere Unternehmen arbeiten Zahnarztpraxen täglich mit:
Blut und Speichel
scharfen Instrumenten
Kanülen
biologischen Arbeitsstoffen
Desinfektionsmitteln
Röntgentechnik
Viele dieser Risiken werden im Alltag selbstverständlich.
Gerade deshalb geraten sie manchmal aus dem Blick.
Was passiert nach einer Nadelstichverletzung?
In einer solchen Situation zählt vor allem eines:
Ruhe bewahren und strukturiert handeln.
Wichtig sind:
✔ Sofortmaßnahmen
✔ Dokumentation
✔ medizinische Beurteilung
✔ gegebenenfalls weitere Untersuchungen
✔ Präventionsmaßnahmen für die Zukunft
Die Rolle des Betriebsarztes
Der Betriebsarzt unterstützt Zahnarztpraxen nicht erst nach einem Vorfall.
Seine wichtigste Aufgabe besteht darin, Risiken frühzeitig zu erkennen und Präventionsmaßnahmen zu entwickeln.
Dazu gehören unter anderem:
Impfberatung
Infektionsschutz
arbeitsmedizinische Vorsorge
Gefährdungsbeurteilungen
Unterweisungen
Beratung bei Arbeitsunfällen

Warum Prävention in Zahnarztpraxen besonders wichtig ist
Die meisten Praxisinhaber kümmern sich hervorragend um ihre Patienten.
Dabei gerät manchmal in Vergessenheit, dass auch das Praxisteam Schutz benötigt.
Arbeitsmedizin hilft dabei, die Gesundheit der Mitarbeitenden langfristig zu erhalten und gleichzeitig gesetzliche Anforderungen sicher umzusetzen.
Fazit
Die Nadelstichverletzung in dieser Zahnarztpraxis hatte glücklicherweise keine schwerwiegenden Folgen.
Sie erinnerte das gesamte Team jedoch daran, wie wichtig Prävention, klare Prozesse und arbeitsmedizinische Betreuung sind.
Denn Sicherheit beginnt nicht erst nach einem Unfall.
Sicherheit beginnt davor.



